EINE WOCHE AN DER NATIONAL PIONEER ACADEMY

Ursprünglich war lag es nicht in meinem Sinne die Schule zu besuchen und dort als Volunteer tätig zu sein. Nach einem eindrücklichen aber etwas zwiespältigem Erlebnis in einem Waisenhaus wollte ich aber gerne einen Vergleich mit einer seriös organisierten Institution ziehen können. Von Freunden und über Facebook war mir die Organisation Sharing Minds bekannt. Auf die Anfrage die Schule für ein paar Tage zu besuchen zu dürfen und unter Umständen auch einige Lektionen zu unterrichten, folgte schnell eine positive Antwort erst von Anja, dann vom Schulleiter der National Pioneer Academy. So hat sich mir sehr spontan die Gelegenheit gegeben, einen Einblick in den Alltag der National Pioneer Academy zu werfen.

Bereits bei der Ankunft wurde ich von Bharat, dem Schulleiter und seiner Frau Aruna sehr herzlich empfangen. Er informierte mich über den Aufbau der Schule, dessen Zweck und Organisation. Die beiden waren extrem interessiert an dem kulturellen Austausch und sahen meinen Besuch als Gelegenheit etwas über das Leben in der Schweiz zu erfahren, während ich einen prägenden Einblick vom Leben in Nepal erhielt. Wie prägend er war, wurde mir erst viel später bewusst, als ich all die Eindrücke verarbeiten und einordnen konnte.

Oft spielten wir auf dem Pausenhof Fussball oder Basketball, einige Kinder waren auch sehr musikalisch. Sie sangen nepalesische Volkslieder und indische Songs aus Bollywoodstreifen und brachten mir sogar welche bei, während ich ihnen Liedern von den Beatles und Queen vorsang. Die Nacht verbrachte ich im Mädchenschlafsaal, wo Schülerinnen schliefen, deren Familien weit weg wohnten. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, schauten Bollywood Action Filme (von denen sie begeistert waren und ich sehr amüsant fand.), flechteten einander die Haare und spielten Geschicklichkeitsspiele mit Steinen.

Unter Tags hatten die Kinder Unterricht und davor, wie auch danach mussten sie einige Stunden lernen. Ihren Ehrgeiz und Motivation bewunderte ich ungemein, doch waren die Mädels sehr glücklich, als sie mich, statt zu lernen in einer nahegelegenen Tempelanlage herumführen durften. Aruna erzählte mir später, dass die Kinder von zuhause stark unter Druck gesetzt würden gute Leistungen zu erzielen, damit sie ihr Schulgeld nicht umsonst ausgäben, denn einige Familien könnten ihr Kind bei der Arbeit gut gebrauchen statt es zur Schule zu schicken. Als ich die Schule nach ein paar Tagen die Schule etwas kannte, durfte ich einige Stunden unterrichten. Ich war fasziniert und gleichzeitig beängstigt vom Respekt, den sie mir entgegenbrachten und der Aufmerksamkeit mit der sie an meinen Lippen hingen. Für den Unterricht hatte ich keinerlei Vorgaben und war überhaupt nicht vorbereitet, was aber nicht weiter schlimm war. Nach etwas Überwindung begann ich vom Schulsystem der Schweiz, der Landschaft und der Militärpflicht zu erzählen, was sie alle total spannend fanden. Nach etwas scheuer Zurückhaltung ihrerseits, begannen wir die beiden Länder zu vergleichen, was uns auf spannende Gespräche brachte.

Eines Abends organisierte Aruna sogar ein Treffen mit einem bekannten nepalesischen Musiker. Aruna, ein paar Schülerinnen und ich traffen uns mit ihm auf ein Chai in einem eher westlich wirkendem Fast Food Cafe. Das Treffen war ganz witzig, denn Aruna war ziemlich verlegen und die Mädchen waren so hin und weg von ihm, dass sie kaum ein Wort raus brachten.

Als die Woche um war, fiel mir der Abschied ziemlich schwer. Die Musikabende, dass selbstgekochte Essen, die Spiele und all die spannenden Geschichten werde ich so schnell nicht mehr vergessen und als mir zum Abschied jeder Schüler und jede Schülerin eine Zeichnung mit auf den Weg gab, war ich für einen Moment richtig überwältigt.
Die Schule, ihre ganze Organisation, das Wissen und die Träume, die sie den Kindern schenken sind in einem Land wie Nepal alles andere als selbstverständlich und haben mich tief beeindruckt.

Zum Schluss möchte ich ein riesen Lob an Bharat, Aruna und an die Organisation Sharing Minds aussprechen, die ein super Projekt auf die Beine gestellt haben und ein grosses Dankeschön, dass sie mich so spontan und herzlich bei sich aufgenommen haben und mir diesen Einblick ermöglicht haben.